KMU-Blog

Ein KMU-Blog aus dem Laufental

Dienen kommt vor verdienen

28. Juli 2011

Wer es bei Adlatus mit einer Definition versucht, greift immer zu kurz. Es ist ein Verein, aber die Mitglieder nennen sich Berater und arbeiten für Firmen, die ihre Hilfe brauchen. Fragt man den Regionalleiter Basel, Josef Amstad, was die Berater denn alles machen, so muss man sich für die Antwort schon Zeit nehmen. Das fängt mit Nachfolgeregelung an, geht von Management auf Zeit und Firmengründungen zu Exporthilfe und hört bei Sanierungen beileibe nicht auf. «Adlatus ist ein gesamtschweizerisches Netzwerk von 300 erfahrenen Führungskräften und Fachspezialisten», erläutert Amstad. Alle Berater müssen pensioniert und finanziell unabhängig sein. In der Region Basel hat es 20 aktive Berater aus verschiedenen Disziplinen. Einer davon ist der 65-jährige Theo Krummenacher, der vor der Pensionierung unter anderem Werkleiter bei der Roche war. Was treibt ihn dazu, für Adlatus zu arbeiten? «Ich bin gesund, will mein Wissen und meine vielfältigen Erfahrungen nicht brachliegen lassen. Auch will ich etwas machen, was für Firmen und für die Gesellschaft sinnvoll ist», sagt Krummenacher. Es freut ihn jeweils sehr, wenn ein KMU wieder erfolgreich ist und dies, ohne dass zum Beispiel Mitarbeiter entlassen werden mussten. Er ist überzeugt, dass sich mit den bestehenden Mitarbeitern einer Firma ganz grosse Erfolge feiern lassen.
Wie lange dauert denn eine Beratung? «Wir sind nicht daran interessiert, das Mandat in die Länge zu ziehen», erklärt Krummenacher. Manche Mandate können in wenigen Stunden abgeschlossen werden. Es könne aber auch sein, dass eine Firma einen Beirat möchte, der sie über mehrere Jahre begleitet. Sowohl grosse Unternehmen als auch Ein-Personen-Firmen wenden sich an Adlatus. Ziel sei immer, dass die Kunden mit Hilfe der Beratung einen nachhaltigen Erfolg anstreben können.

Weitere Infos:
adlatus, Josef Amstad. 061 481 24 59
amstad@adlatus.ch
www.adlatus.ch

Ein Blick von aussen

28. Juli 2011

«Es hat uns ausgesprochen gut getan, den Betrieb einmal durch fremde Augen zu sehen», sagt Franziska Meier-Noirjean vom Hotel Restaurant Central in Laufen. Die Mitglieder des Familienbetriebes hätten sich schon eine Weile Gedanken über eine Umstrukturierung gemacht und 2007 beschlossen, einen Berater der Vereinigung Adlatus (siehe nachfolgenden Artikel) zu engagieren. Der Berater Rolf Waller hat sich zuerst einen Überblick über die Situation geschafft und die Geschäftsbücher angeschaut. Sehr wichtig waren die Einzelgespräche, die er mit allen Familienmitgliedern führte, sagt Meier-Noirjean. Am Schluss präsentierte Waller seine schriftliche Zusammenfassung der Entscheidungsmöglichkeiten und die Punkte, die besonders zu beachten sind. «Klar haben wir viele Sachen schon gewusst oder geahnt, aber es war wichtig, dass wir die Meinung eines Aussenstehenden hören konnten», so Meier-Noirjean. Konnte der Betrieb etwas umsetzen? Das Hotel Restaurant Central hat sich auch dank der Beratung dazu entschlossen, ab 2008 das Restaurant neu an zwei Tagen die Woche zu schliessen. Das Hotel hingegen bliebt weiterhin jeden Tag offen. «Es war eine gute Entscheidung», sagt Meier-Noirjean, «denn das Konzept hat sich bis heute bewährt.» Die Belastung für die Familienmitglieder sei kleiner geworden. Mit der Arbeit des Adlatusberaters Rolf Waller sei sie rundum zufrieden gewesen. Sie habe nicht Teilverbesserungen gebraucht, sondern jemanden gesucht, der die ganze Situation erfassen konnte. Denn beim Hotel Restaurant Central sei es um einen nachhaltigen und erfolgreichen Generationenwechsel gegangen. «Wir wollten, dass die Familienzeit nicht zu kurz kommt und der Betrieb viel Freude macht, damit auch zukünftige Generationen ihn weiterführen möchten, und das ist uns gelungen», erklärt Meier-Noirjean.

Tischmesse: Mehr Sein als Schein

30. Juni 2011

«Tischmesse? Was bringt das? Das wird sich so mancher Unternehmer fragen», weiss Martin Schindelholz, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins KMU Laufental, der nächstes Jahr eine Tischmesse in Laufen organisieren will. Tischmessen sind für Dienstleister optimal, doch selbstverständlich können auch Gewerbler davon profitieren. Das grosse Plus ist, dass der Aufwand sehr klein ist. Die Messe selber wird morgens aufgebaut, dann kann man die Interessenten empfangen und abends wird sie wieder abgebaut. Wer schon eine Dokumentation seiner Firma beisammen hat, wie er sie für Neukunden braucht, muss höchstens noch einen Tag für die Vorbereitung seines Standes investieren, schätzt Schindelholz. Und ansonsten ist es eine gute Gelegenheit, die eigenen Prospekte, Warenmuster, Kollektionen und Dokumentationen wieder à jour zu bringen.
Gerade kleine, junge Unternehmen können sehr von einer Tischmesse profitieren, denn an diesem Tag nehmen alle Firmen gleich viel Platz ein. Es kommt nur auf die Qualität des Produkts und der Dienstleistung an. Im Übrigen wird der Gewerbeverein KMU Laufental die Tischmesse auch für Nicht-Mitglieder öffnen.
Der Preis für den Stand wird moderat ausfallen. Eine genaue Zahl kann Schindelholz noch nicht nennen, denn dafür ist die Planung noch nicht weit genug. Er schätzt jedoch, dass es wenige hundert Franken sein werden. Die Organisatoren werden für die Firmen Flyer drucken lassen, ein paar Inserate schalten und die Unternehmer instruieren. «Wir reduzieren maximal, um die Kosten tief zu halten», erklärt Schindelholz. Das Ganze wird in einem kleinen Rahmen stattfinden. Es wird kein Volksfest sein. «Es geht um gute, qualitative Kundengespräche, nicht um eine Massenveranstaltung», erklärt Schindelholz. Andere Tischmessen planen viel Zeit dafür ein, dass sich die Standbetreiber gegenseitig näher kennenlernen. Die Tischmesse in Laufen wird darauf verzichten, denn in der Region kennen sich die Unternehmer.

Editorial

30. Juni 2011

Die Idee im Laufental eine Tischmesse durchzuführen ist nicht wirklich neu, nur wurde sie bis heute noch nicht umgesetzt.
Das Potential für eine erfolgreiche Tischmesse ist jedenfalls vorhanden. In den sieben regionalen Gewerbevereinen sind über 800 KMUs vertreten. Gerade einmal 5% dieser Mitglieder reichen aus, um eine Tischmesse zu organisieren. Das ist zurzeit noch Zukunftsmusik.
Der nächste Schritt wird die Zusammenstellung eines kleinen OKs sein. Die Organisation einer Tischmesse ist nicht zu vergleichen mit dem Aufwand einer normalen Gewerbeschau. Aus diesem Grund kann auch beim OK eine schlanke Struktur gewählt werden. Wenn sich die Eine oder der Andere von den Mitgliedern der Gewerbevereine angesprochen fühlt, Bewerbungen für die Mitarbeit im OK werden gerne entgegen genommen.
Aber noch wichtiger als ein gutes OK ist, in einem zweiten Schritt, die Bedürfnisabklärung. Alle Mitglieder der umliegenden Gewerbevereine, also Lüsseltal, Gilgenberg, Dorneckberg, Dornach, Hinteres Leimental und Lützel sowie unsere Mitglieder, werden im Lauf dieses Jahres noch einen entsprechenden Fragebogen erhalten. Aufgrund dieser provisorischen Anmeldungen kann dann die Planung und Budgetierung angegangen werden.
Ich denke, das hiesige Gewerbe wird das neue Konzept einer Tischmesse schnell verstehen. Nicht nur KMU aus dem Dienstleistungssektor können von einer solchen Tischmesse profitieren, auch alle anderen sollten sich gut Überlegen, ob sie mitmachen wollen oder nicht.
Eine Tischmesse ist nicht einfach eine kleine Gewerbeschau. Eine Tischmesse hat mit Schau oder Volksfest überhaupt nichts zu tun. An einer Tischmesse zählt nur das bessere Argument des Verkäufers und nicht die Grösse und Ausstattung des Standes. Eine Tischmesse setzt auf Klasse statt Masse, und das sollte uns Gewerblern ja eigentlich entgegenkommen.

Martin Schindelholz
Vizepräsident Gewerbeverein KMU?Laufental